taufrisch – Gespräche mit Gott

Die Eile ist gebannt vom
Feucht auf meinen Lippen.
Ich lass es so
spür ich dich doch
nachdem du schon gegangen.
Die Luft lässt nur
den zarten Druck von
deinem Munde mir
der mich zu gleicher Zeit
an vielen Stellen wärmt.
Ich halte still.-
Des Tages Hetze kann
nun kommen
wenn sie will.

Gefangen bin ich von
Gegebenheiten
wie Mauern, Stein an Stein gereiht
entkomme nie!
Nur dann und wann
verraten
Spuren mir im Schnee; im Sand
den anderen,
der suchend sich schleppt und
allein.
So dunkel liegt das Tal, so fern, so nah,
wälzt sich
ein Strom der Einsamkeiten:
Doch Stein an Stein die Mauer, auch
keine Ritzen, keine Lücken –
da bricht, als wäre irgendwo ein Fenster,
ein Strahl von Licht den harten Lehm,
nur Licht –
auch kein Dahinter. –

Und es ist gut.

Ich schaffe es nicht allein
ringsum Hohngelächter
hohnlachendes Selbst
personifizierteLächerlichkeit

verstrickt
gefangengenommen
lebenslänglich

klauenbestückte
Umklammerung
hoffnungsloser Hass

jede Faser
Hilfeschrei
mit verschlossenem Mund

Gott
hört
wartet
befreit

Zu deinen Füßen zeitlos werden
ruhig werden.
Nebensächlickeiten abstreifen
dich wichtig werden lassen,
meine Zeit in deiner Ewigkeit
geborgen wissen
im Aufschauen zu dir
Hoffnung gewinnen.
Meine Aufgewühltheit
durch deine Worte
glätten.
Meine Wunden durch
deinen Blick heilen.
Meine Müdigkeit an
deiner Hand überwinden lassen.
Meine Ratlosigkeit aufgeben
und deinen Fussstapfen
nachgehen.